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Hundert Jahre alt werden: Ein Gespräch mit Martina Colombari

Ein Gespräch mit Martina Colombari über bewusstes Leben, Menopause ohne Tabus und kleine Rituale, die alles verändern. Vom Tempo delle Donne Milano 2026.

Hundert Jahre alt werden: Ein Gespräch mit Martina Colombari

Am Samstag, den 12. September, während Milano das Tempo delle Donne im Garten des Teatrino Mendini feierte, hörten wir ein Gespräch, das einen Nerv traf, der alle Frauen betrifft: Wie lebt man ein erfülltes, bewusstes Leben und vor allem ohne Angst?

Die Hauptperson? Martina Colombari, Schauspielerin und Fernsehmoderatorin, die die Prinzipien ihres Buches "Il cambiamento sei tu" (Die Veränderung bist du) in einem Gespräch mit Francesca Angeleri teilte.

Martina Colombari, Schauspielerin und Moderatorin, während des Interviews „Bis hundert Jahre alt werden“ beim „Tempo delle Donne Milano 2026“

Das Leben ist eine Verantwortung, die uns gehört

Die Botschaft des Tages war klar und stärkend: Wir selbst sind die Hauptdarstellerinnen unseres Lebens. Es ist keine reine Frage von Genetik oder Zufall, sondern von täglichen Entscheidungen.

„Prävention bedeutet Gesundheit“, betonte Colombari, „aber das heißt keineswegs, dass man komplizierte Dinge tun muss. Es geht um kleine, bewusste Entscheidungen im Alltag.“

Es braucht kein exzessives Pilates-Workout jeden Tag. Es reicht, die Treppe statt des Aufzugs zu nehmen. Zu Fuß zu gehen. Sich achtsam zu bewegen. Für sie bedeutet Bewegung, Aktivität ganz natürlich in den Tag einzubauen, anstatt sich dem Diktat der perfekten Fitness zu unterwerfen.

Longevity ist der neue Trend – aber bitte ohne Leistungsdruck

  • Ein Schmunzeln ging durchs Publikum, als der Satz fiel: „Longevity is the new black“ – Langlebigkeit ist zum Lifestyle-Trend geworden. Doch wie bei jedem Trend besteht die Gefahr, dass daraus ein weiterer Leistungsdruck für Frauen entsteht.

Martina Colombari räumte sanft mit diesem Mythos auf. Langlebigkeit ist kein Schönheitsideal, sondern eine innere Haltung. Sie besteht aus:

  • Kleinen Ritualen: Haltungsübungen am Morgen oder griechischer Joghurt mit warmem Obst aus der Pfanne („eine einfache Routine, die sich wirklich lohnt“).
  • Bewusster Atmung und Momenten der Stille.
  • Eigenem Freiraum, der nur einem selbst gehört.
  • Gesunden Beziehungen und echtem Mitgefühl.
  • Natürlicher Bewegung im alltäglichen Ablauf.

In einer schnellen Welt bewusst entschleunigen

Wir leben in einer Gesellschaft, die auf Tempo getrimmt ist. Doch unser Körper verlangt nach Entschleunigung. Eine Pause einzulegen ist keine Faulheit, sondern essenzielle Gesundheitsvorsorge.

Es bedeutet, innezuhalten und durchzuatmen. Sich morgens oder abends Zeit für einen warmen Kräutertee zu nehmen, um wieder in die eigene Mitte zu finden. Und es bedeutet, ohne schlechtes Gewissen Nein zu sagen.

Die Menopause ist kein Tabu, es ist eine Realität

Ein besonders eindringlicher Moment galt dem Thema Menopause. Colombari sprach darüber nicht wie über eine Krankheit, die man verhindern muss, sondern als eine ganz natürliche Lebensphase, die wir bewusst gestalten dürfen.

„Warum sollten wir uns schämen?“, fragte sie das Publikum. „Wir alle kommen in die Wechseljahre. Wir müssen endlich ohne Tabus darüber sprechen.“

In diesen Worten spiegelt sich die Vision von Solvialuna wider. Die Wechseljahre sind kein Feind, sondern ein Wandel. Und dieser Wandel verdient Wertschätzung, Unterstützung und Würde. Colombari ermutigte dazu, Hilfe anzunehmen: Die richtigen Nahrungsergänzungen, gezielte Ernährung und professionelle Begleitung sind kein Luxus, sondern Ausdruck von Selbstfürsorge.

Die Verantwortung, für sich selbst zu sorgen

  • Frauen neigen dazu, sich um alle anderen zu kümmern: Kinder, Partner, ältere Angehörige, den Job. Aber wer kümmert sich um die Frauen selbst?

„Wir müssen umdenken und etwas egoistischer werden“, brachte es Colombari auf den Punkt.

Damit meint sie kein negatives Zurückziehen, sondern das Einfordern des eigenen Raums:

  • Grenzen zu setzen, ohne von Schuldgefühlen geplagt zu werden.
  • In hochwertige Produkte, Zeit und persönliche Rituale zu investieren.
  • Die Verantwortung für die eigene mentale und körperliche Gesundheit zu übernehmen.

Echte Netzwerke unter Frauen schaffen

Colombari sprach auch ein sensibles Thema an: Frauen sollten eigentlich die stärksten Verbündeten füreinander sein. Dennoch herrscht oft die Angst, sich unperfekt zu zeigen.

„Wir wollen unseren Freundinnen oft zeigen, wie unfehlbar wir sind. Männer gehen damit viel unkomplizierter um – sie sprechen offen über ihre Probleme.“

Was wir brauchen, sind authentische Räume, in denen wir die Masken ablegen können. Orte, an denen Wechseljahre, Erschöpfung und Unsicherheiten ganz normale, geteilte Themen sind.

Martina Colombari – Schauspielerin und Feministin in dem Film von Checco Zalone
© Corriere della Sera | Martina Colombari und Checco Zalone | Quelle: corriere.it

Ästhetische Medizin: Ja, aber feiern wir die Unterschiede

Auch beim Thema Schönheit vertritt Martina eine undogmatische Haltung: „Unterschiede machen uns schön. Wenn wir alle gleich aussehen, gibt es keine Schönheit mehr.“

Jede Frau darf für ihren Körper entscheiden, was sie möchte. Frei von dem Zwang, einem künstlichen Standard entsprechen zu müssen.

Und die Schlussfrage?

Das Gespräch endete mit der ikonischen Leitfrage des Festivals: „Was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest?“

Colombari antwortete gewohnt klar:

„Es klingt vielleicht anmaßend, aber ich tue es einfach – weil ich keine Angst habe!“

Das ist keine Überheblichkeit, sondern Freiheit. Es ist das Recht, jede Phase des Lebens erhobenen Hauptes zu genießen – ohne um Erlaubnis zu fragen und ohne sich zu rechtfertigen.

Fazit: Was lernen wir für unsere Gesundheit?

Aus diesem Gespräch haben wir Lektionen extrahiert, die mit der Philosophie von Solvialuna resonieren:

  1. Prävention ist kleine tägliche Gesten, keine heroischen Opfer
  2. Langlebigkeit ist ein Lebensstil, keine Ästhetik
  3. Verlangsame – dein Körper wird es dir danken
  4. Sprich über die Menopause ohne Tabu – es ist natürlich, normal, dein Recht
  5. Sich selbst zu pflegen ist kein Egoismus, es ist Verantwortung
  6. Frauen unterstützen sich besser, wenn sie offen über ihre Unvollkommenheiten sprechen
  7. Kleine Rituale verändern alles

Während wir nach Hause fuhren nach dem Event, blieb eine Frage: Was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest?

Und noch wichtiger: Warum tust du es nicht bereits?