In welchem Alter setzt die Menopause ein und was ist die „Perimenopause“?
Das erste große Missverständnis entsteht durch die Begriffe, die wir verwenden. Oft nutzen wir das Wort „Menopause“, um die gesamte Übergangsphase zu beschreiben, doch medizinisch ist das nicht ganz korrekt.
Wie in den offiziellen Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegt, ist die natürliche Menopause ausschließlich als das dauerhafte Ausbleiben der Menstruation definiert. Für Mediziner ist eine Frau offiziell erst dann in der Menopause, wenn 12 aufeinanderfolgende Monate ohne Menstruationszyklus vergangen sind. Das Durchschnittsalter liegt hierbei meist zwischen 45 und 55 Jahren.
Die lange Phase, die diesem Meilenstein vorausgeht, wird stattdessen als Perimenopause (oder Übergangsphase) bezeichnet. Die WHO betont, dass diese Phase mehrere Jahre dauern kann. Sie ist durch starke hormonelle Schwankungen gekennzeichnet, die zu unregelmäßigen Zyklen und den allerersten, oft unangenehmen Symptomen wie Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen führen.
Fruchtbarkeit im Wandel: Was sagt die Wissenschaft?
Die Frage nach der Schwangerschaft hängt stark davon ab, in welcher genauen Phase der hormonellen Umstellung du dich befindest:
1. Die Perimenopause (Die Übergangsphase): MÖGLICH In der Zeit vor der eigentlichen Menopause spielen die Hormone verrückt. Obwohl die Fruchtbarkeit oft schon zehn Jahre vor der letzten Periode deutlich abnimmt, ovulieren die Eierstöcke weiterhin. Diese Eisprünge werden unregelmäßig und völlig unvorhersehbar, aber sie finden statt. Genau aus diesem Grund empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) dringend, während der gesamten Perimenopause weiterhin zu verhüten, um eine ungewollte Schwangerschaft zu vermeiden, bis mindestens 12 aufeinanderfolgende Monate keine Blutung mehr aufgetreten ist.
2. Nach der bestätigten Menopause: EXTREM SELTEN Sobald die klinische Menopause erreicht ist (12 Monate ohne Regelblutung), gilt eine natürliche Schwangerschaft als höchst unwahrscheinlich. Dennoch zeigt die klinische Literatur, dass der menschliche Körper keine starre Maschine ist. Ein faszinierender klinischer Bericht, veröffentlicht im Iranian Journal of Nursing and Midwifery Research, dokumentiert den außergewöhnlichen Fall einer 54-jährigen Frau. Sie befand sich bereits seit Jahren in der Postmenopause und suchte wegen vermeintlicher Schmierblutungen einen Arzt auf. Die Ärzte stellten jedoch eine spontane, natürliche Schwangerschaft in der 20. Woche fest. Auch wenn dies absolute Ausnahmefälle sind, zeigen sie, warum der Dialog mit dem Gynäkologen in dieser Lebensphase so wichtig bleibt.
Ist es eine Schwangerschaft oder sind es die Hormone?
Häufig überschneiden sich die frühen Anzeichen einer Schwangerschaft stark mit den klassischen Symptomen der Wechseljahre:
- Ausbleiben der Menstruation: Die Periode ist überfällig oder völlig unregelmäßig.
- Brustspannen: Die Brüste spannen, schmerzen und sind extrem empfindlich.
- Der Blähbauch: Eine plötzlich wachsende, gespannte Körpermitte (der Endobelly).
- Körperliche und mentale Erschöpfung: Stimmungsschwankungen, chronische Müdigkeit und ständige Schlafstörungen in den Wechseljahren.